Pädagogik
Lagenkarten
Situationen, wie sie auf Freizeiten vorkommen: Was ihr seht, was ihr zuerst tut, was ihr lasst. Keine vollständige Weisheit, keine Rechts- oder Medizinberatung. Schutz zuerst, Träger und Fachstellen, wo die Lage das Team übersteigt.
Konflikt und Provokation

„Was muss ich bauen?“
Gleich am ersten Tag fragt ein Kind, was es tun muss, um nach Hause geschickt zu werden.

Anspucken nach Streit
Ein Kind spuckt euch an und läuft weg – Grenze klar setzen, ohne Verfolgungsjagd oder Rache.

Frech kommt weiter
Ein Dreizehnjähriger setzt sich überall vor – und die Gruppe lernt gerade, dass Dreistigkeit lohnt.

Geld aus der Kasse
Zweihundert Euro fehlen aus der Freizeitkasse – Diebstahl, kein Kavaliersdelikt, aber auch kein Freibrief für Druckverhöre.

Gerüchte über euch
Lügen über eine Person im Team laufen um – die Gruppe zieht mit, und ihr könnt das nicht allein wegmoderieren.

Mobbing um den Körper
Ein Kind weint, weil andere es mit einem Körperfäkalwort beschimpfen – das ist Mobbing, keine Neckerei.

Neues Spielzeug ohne Geld
Nach dem Stadtbummel hat ein Kind plötzlich ein Spielzeug, das es nicht bezahlen konnte – Wiedergutmachung, kein Tribunal.

Provokation gegen die Leitung
Ein Jugendlicher legt es darauf an, euch vor der Gruppe klein zu machen – und testet, ob ihr die Linie haltet.

Ungleiche Konsequenz
Dieselbe Regel, zwei verschiedene Folgen – die Gruppe merkt Willkür sofort, wenn ihr schweigt.

Witze auf Kosten anderer
Ein Duo verarscht die Gruppe, der Zweite lacht mit – Einschüchterung im Comedy-Kostüm, kein Unterhaltungsprogramm.
Aufsicht und Gefahr

Es klirrt im Rucksack
Alkoholverbot auf der Freizeit – nach dem Stadtbummel klirrt ein Privatrucksack verdächtig. Jugendschutz ernst nehmen, ohne Demütigung.

Fremde Clique auf dem Platz
Eure 13- bis 16-Jährigen hängen an einer deutlich älteren Gruppe – mulmig ist ein Signal, kein Vorwurf.

Gefahr auf dem Rad
Ein Kind fährt so unkontrolliert, dass es sich und andere in den Verkehr bringt – Tour stoppen, nicht hoffen.

Heimliches Nachtsegeln
Nachts ist ein Boot raus, ein Minderjähriger kommt nicht zurück – Polizei, Träger, Halt. Keine interne Aufarbeitung zuerst.

Kind an der Raststätte
Im Ausland fehlt nach der Pause ein Kind – obwohl die Namensliste im Bus „vollständig“ war. Sofort handeln, nicht hoffen.

Kind vom Gelände weg
Nach einem Streit ist ein Kind weg – erst suchen und sichern, nicht auf Bauchgefühl warten.

Nachts abhauen, Feuer machen
Jemand kündigt an, nachts wegzugehen und Feuer zu machen – und gilt als Sprücheklopfer. Zweifel ernst nehmen.

Schreie aus dem Wald
Vier Kinder fehlen, zwei im Team suchen schon – dann Hilferufe, und ihr seid zu wenig im Haus.

Unfall am Straßenrand
Aus Toberei wird ein Unfall vor einem Auto – danach kommentiert die ganze Gruppe den Täter. Erst versorgen, Chor stoppen.

Wut im Baum
Nach einem Streit sitzt ein Kind hoch im Baum – und am Horizont zieht ein Gewitter auf. Ruhe und klare Ansage statt Hinterherklettern.
Schutz und Übergriffe

Abziehen in der Gruppe
Schwächere „schenken“ freiwillig – ihr glaubt das nicht. Erpressung im Gruppenklima erkennen und stoppen.

Angst vor der Heimkehr
Am letzten Tag Panik vor zu Hause und Andeutungen, die ihr ernst nehmen müsst.

Gewalt nach Diebstahl
Es gab einen Diebstahl – und jemand liegt verletzt. Das ist kein interner Klärungsfall, sondern Notfall und Übergabe.

Kiffen und das Geheimnis
Ihr erwischt jemanden beim Kiffen – und werdet um Schweigen gegenüber der Leitung gebeten. Schutz geht vor Vertraulichkeit.

Nähe zu einer Minderjährigen
Eine volljährige Person im Team lässt sich auf eine 15-Jährige ein – das ist keine Privatsache, sondern Schutzfall.

Spuren am Körper
Beim Duschen fallen Verletzungsspuren auf – Verdacht ernst nehmen, Kind schützen, nicht verhören.

Übergriff im Kinderzimmer
Nachts weigert sich ein Kind zurückzugehen – dahinter steckt eine sexuelle Grenzverletzung zwischen Kindern. Schutz zuerst, Fachstelle.
Team

Antipathie im Team
Ihr mögt ein Kind nicht – und es merkt, dass die Heimfahrt für euch auch Erleichterung wäre.

Die Art im Team
Teilnehmende ziehen sich von einer Person im Team zurück – prüfen, nicht reflexhaft verteidigen oder bloßstellen.

Motivation kippt
Die Stimmung der Freizeit wird flach – noch nicht Drama, aber kein Zufall mehr.

Team trinkt nachts
Mitarbeitende sind betrunken, ein dreizehnjähriger Teilnehmer sieht das – Aufsicht und Vorbild sind in diesem Moment weg.

Teamlinie untergraben
Eine Person im Team erlaubt, was ihr gerade untersagt habt – die Gruppe lernt, dass Regeln vom Gesicht abhängen.
Gesundheit und Psyche

Gedanken ans Nicht-mehr-Leben
Andeutungen, nicht mehr leben zu wollen – schützen, nicht allein, Fachstellen. Nichts weiter.

Heimweh zur selben Stunde
Jeden Abend um dieselbe Zeit Heimweh – tagsüber geht es dem Kind gut.

Nasses Bett
Im Zimmer wird über den Geruch gesprochen – ein Kind nässt nachts ein.

Rauch auf der Toilette
Auf einer Kinderfreizeit riecht es auf beiden Toiletten nach Zigaretten – Gesundheit und Regelbruch, kein Detektivspiel.

Spray weg, Atem eng
Ein Asthmaspray fehlt, das Kind braucht es jetzt – Zeit für Verhöre ist keine.

Verdacht auf Essstörung
Ihr habt den Eindruck, Nahrung bleibt nicht beim Kind – schützen und abgeben, nicht diagnostizieren.