Lagenkarte · Team

Team trinkt nachts

Mitarbeitende sind betrunken, ein dreizehnjähriger Teilnehmer sieht das – Aufsicht und Vorbild sind in diesem Moment weg.

Die Lage

Mitternacht, Alkoholverbot auf der Freizeit. Ihr hört Stimmen, Gläser, Gelächter. Ein Teil des Teams hat hartes Zeug besorgt. Eine Person trinkt nicht, bleibt aber dabei – Aufsicht und Mitwisserschaft vermischen sich. Dann steht plötzlich ein dreizehnjähriger Teilnehmer im Türrahmen, sieht die Szene, wird rot oder blass und rennt beschämt weg.

In diesem Moment sind Aufsicht und Vorbild weg. Nicht theoretisch, nicht „mal ein Glas zu viel“, sondern sichtbar für ein Kind, das euch vertraut. Was ihr jetzt tut, entscheidet, ob die Freizeit noch tragfähig ist – und ob der Jugendliche glaubt, dass er etwas sagen darf, ohne bestraft zu werden.

Was jetzt

Wer nüchtern ist, übernimmt sofort die Aufsicht und geht dem Jugendlichen nach – eine Person, kein Auflaufen der ganzen Gruppe. Raum lassen, zuhören, nicht rechtfertigen. Kein „Denk nichts Falsches“, kein „Das siehst du falsch“. Erst verstehen, was er gesehen hat und was er denkt.

Leitung und Träger noch in der Nacht informieren. Wer betrunken ist, hat ab diesem Moment keine Aufsicht mehr – das ist keine Strafe aus dem Affekt, sondern klare Linie. Mit dem Jugendlichen klären, dass er nichts geheim halten muss. Sorgeberechtigte nach Trägerlinie, nicht nach Bauchgefühl.

  • Nüchterne Person übernimmt sofort Aufsicht, geht dem Jugendlichen nach – allein, ruhig
  • Zuhören, nicht rechtfertigen – kein „unter uns“, kein Schweigegebot
  • Leitung und Träger noch in der Nacht – wer betrunken ist, hat keine Aufsicht mehr
  • Mit dem Jugendlichen klären: Er muss nichts verheimlichen
  • Sorgeberechtigte nach Trägerlinie informieren

Am nächsten Tag im Team: Konsequenzen, Vertretung für Aufsicht, was sagt ihr der Gruppe – knapp, ohne Details, aber ohne Schönreden.

Nicht tun

Alkohol plus Aufsicht plus Zeuge ist keine private Teamangelegenheit:

  • Nicht zum Schweigen verpflichten oder „unter uns“ machen – das macht aus dem Jugendlichen Geisel
  • Nicht als Gruppe hinterherhechten und Druck machen – eine Person, Raum, Zuhören
  • Nicht weitertrinken oder die Lage schönreden – das bestätigt sein schlechtes Bild von Erwachsenen
  • Nicht den Jugendlichen zum Sündenbock machen, weil „er uns erwischt hat“ – er hat nichts falsch gemacht
  • Nicht allein mit dem Jugendlichen „alles klären“ – zweite Person, Tür offen, Träger einbinden

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