
Kurz
IGs sind Kleingruppen mit einer mitarbeitenden Person und einem Thema. Die Gruppe wählt, sie wird nicht zugeteilt weil „übrig“. Wer nichts will, bekommt eine Alternative, keinen sauren Apfel.
Ablauf
Zwei Stunden im Plan, oft zwei Durchgänge à einer Stunde. Lange Formate (Rad, Schnitzeljagd vorbereiten) als Doppelstunde markieren, dann kein Wechsel in der Mitte.
Fünf bis zehn Minuten vorher Listen auslegen: Name des Angebots, Zahl der Plätze, ohne den Namen der betreuenden Person – sonst wählen alle den Lieblingsmenschen, nicht das Thema. Startzeit gemeinsam. Jede Person trägt sich für ersten und zweiten Durchgang ein. Ist etwas voll, zweite Wahl, nicht Überreden ins Volle.
Niemand wird eingetragen gegen den sichtbaren Willen. Wer boykottiert, sitzt mit einer Teamperson im Haus und liest, hilft in der Küche oder wählt das letzte offene Angebot nach einem Satz Erklärung – Zwangszuteilung „du gehst jetzt Drachenbau“ erzeugt nur Widerstand.
Letzte IG-Einheit: Wunsch-IGs, Abstimmung über das, was getragen hat.
Beispiele, die ihr halten könnt.
Boßeln. Unterscheidbare Kugeln, autofreier Weg, Start und Ziel nach ein paar hundert Metern. Rollen, nicht werfen. Wer am weitesten hinten liegt, ist als Nächstes dran. Striche pro Wurf, weniger ist besser. Team zählt und hält die Bahn frei.
Gebärdensprache. Alphabet und zehn Alltagszeichen, dann einen Satz durchreichen. Kein Nachäffen, kein Witz über Gehörlose. Wer in der Gruppe Gebärden kann, führt mit, wenn sie das will.
Höhlenbau. Totes Holz, Bänder, lebende Bäume nicht nageln oder knicken. Einsturz prüfen, niemand bleibt unbeaufsichtigt drin.
Gipsmasken. Vaseline, nicht in Augen und Haare, Abbindezeit, Atmung frei. Allergien. Nur wer das Gesicht bedecken will.
Fensterbilder. Vorlagen mehrfach, Klarsichthülle als Untergrund, Kontur trocknen lassen bevor Flächen kommen.
Traumreise. Warmer, trockener Boden, Decke. Langsam sprechen, Pausen. Augen zu nur wer will. Inhalt: Wiese, Weg, Kiste mit einem schönen Ding – keine Angstbilder, kein Seelenstriptease danach. Wer erzählen will, erzählt; wer nicht, steht auf.
Hiphop. Warm-up, zwei Schritte, eine Acht. Vorspielen freiwillig, Rest tanzt in der Menge. Lautstärke des Hauses.
Videodreh. Lieber Parodie auf Werbung, Talk oder einen Witz als Spielfilm. Einwilligung für Gesichter, Aufführung am Abend nur mit Ja, siehe Handy und Fotos.
T-Shirt bemalen. Nur mitgebrachte oder freigegebene Shirts, Farben, die das Haus verträgt, Unterlage.
Seemannsknoten. Zwei, drei Knoten die halten, und wozu. Kein Fesseln von Menschen.
Weitere, die oft tragen: Freundschaftsbänder, Sandburg, Kekse backen, Comic, Kartoffeldruck, Kostüm aus Zeitung – Aufsicht und Material vorher, nicht aus der Laune.
Aufsicht und Haltung
Gruppengröße nach Risiko: vier am Feuer oder am Wasser, mehr beim Malen. Zwei Teamende bei Rad und Gelände. Wahl statt Zwang, Cliquen dürfen sich nicht alle in dieselbe IG verstecken wenn das den Rest leer lässt – dann freundlich mischen, nicht kommandieren. Aufsicht, Inklusion.
Vertiefung
IGs vor Bergfest und Schnitzeljagd machen aus dem Nachmittag Vorbereitung statt Beschäftigung. Team bietet, was es kann, nicht was der Ordner befiehlt.